3. Gemeinschaftlicher Schaffensprozess


Alle Teilnehmenden bringen eigene Erfahrungen und disziplinübergreifende Perspektiven ein, die jeden Schritt dieses wachsenden Projekts mitprägen. Das Projekt beginnt mit einer recherche-basierten Anfangsphase, in der aktuell viele Gespräche geführt werden und alle Mitwirkenden auf einen Fragebogen antworten. Die Fragen beziehen sich auf alltägliche Erfahrungen und sinnliche Eindrücke im öffentlichen Raum und fokussieren sich auf Erinnerungen und Begegnungen im urbanen Leben. Barrieren und Teilhabe werden gleichermaßen diskutiert.

Diese Recherchephase bildet das Fundament für die ersten Gestaltungsideen und konzeptionelle Richtungen der Skulpturen – tief verwurzelt im Gelebten: sei es das Navigieren über verschneite Boden-Leitlinien, fehlende akustische Signale ab 22 Uhr oder die vielseitige sensorischen Wahrnehmung von architektonischen Strukturen, die Stadträume prägen.

Die dadurch entstehende geteilte Autorenschaft der Konzeptentwürfe stellt auch das traditionelle Verhältnis zwischen Einzelkünstler*in und den Mitwirkenden in Frage. Anstelle fertiger Werke zum passiven Konsum steht das gemeinsame Schaffen im Vordergrund – mit Gina Bolle als Initiatorin und Koordinatorin. So wird kulturelle Teilhabe nicht nachträglich hinzugefügt, sondern von Beginn an ermöglicht. Wenn sich Sinneseindrücke zwischen blinden und sehenden Menschen teilen lassen, dann wird dieses Teilen von Sinnen zu einer poetischen Erfahrung (siehe auch „poetic worldmaking”[6]).





Verantwortlich für das Projekt:

© Gina Bolle – freischaffende Künstlerin und Fotografin, Berlin, DE

Verantwortlich für die Website:
Emma Fearon –  Kunstkuratorin und  PhD. Candidate der University of Exeter, Exeter, UK

Stand: Januar 2026