1. Einführung
Kunst ist mehr als das, was wir sehen – sie ist ein Prozess von Ideen, Gesprächen und Verbindungen. ResonanzSkulpturen ist ein kollaboratives, interdisziplinäres und inklusives Kunstprojekt, das gemeinsam mit Menschen aus der blinden und sehbehinderten Gemeinschaft in Marburg an der Lahn und Berlin entwickelt wird, um eine inklusive Teilhabe für Kunst im öffentlichen Raum zu ermöglichen.
Durch enge Zusammenarbeit mit freiwilligen Teilnehmenden, wie Cordula von Brandis-Stiehl, der Künstlerin Silja Korn (www.siljakorn.de), dem Gymnasiallehrer und Musiker Jens Flach, dem Leiter der Musikschule Marburg Eugen Anderer und mit anfänglicher Unterstützung von Franz-Josef Breiner, die alle selbst blind sind, soll unter der künstlerischen Leitung von Gina Bolle, ein permanenter, taktil-auditiver Skulpturenpfad für verschiedene Orte in Marburg konzipiert, produziert und an ausgewählten Orten aufgestellt werden.
Ein permanenter, taktil-auditiver Skulpturenpfad ist ein festgelegter Rundgang mit künstlerischen Skulpturen, die durch Berührung und / oder Klang erfahrbar sind und ein barrierearmes, multisensorisches Erlebnis bieten.
Das Projekt wurde vom Fachdienst Kultur der Universitätsstadt Marburg (Lahn) mit initiiert und gefördert. Es zielt darauf ab, unterschiedliche „ways of knowing”[1] und die Wahrnehmung von blinden, sehbehinderten für sehende Menschen erfahrbarer zu machen. So können neue Resonanzräume eröffnet werden – eine sensorische Erkundung für Sehende, geleitet von den Perspektiven blinder oder sehbehinderter Menschen. „Ways of knowing” bezieht sich hier auf das Verflechten mit nicht-normativen Erkenntnistheorien [2].
Im Zentrum des Projekts steht das Verständnis von Zugänglichkeit als ein fließender, essenzieller und schöpferischer Prozess.
Verantwortlich für das Projekt:
© Gina Bolle – freischaffende Künstlerin und Fotografin, Berlin, DE
Verantwortlich für die Website:
Emma Fearon –
Kunstkuratorin und
PhD. Candidate der University of Exeter, Exeter, UK
Stand: Januar 2026